100 Jahre Tapetenausstellung

30. Mai 2011


„Die Papiertapete ist nicht, wie ihre Gegner behaupten, ein Behelfsmittel für Armleutewohnungen, sondern, wie gerade wieder die Hamburger Tapetenausstellung ergibt, ein vornehmer, vielseitiger, für die Mehrzahl aller Raumauskleidungsfälle einzig geeigneter Wandkleidungsschmuck, den ernste Arbeit zahllose Künstler ästhetisch vollständig ausreifen ließ, dem eine hochentwickelte Industrie  ihre hohe Intelligenz dienstbar machte, die praktisch anzuwenden ein gut geschulter Handwerkerstand in der Lage ist. “

Prof. Paul Schulze

So sprachen Befürworter der Tapete vor hundert Jahren über die Wandverkleidung. Seitdem hat sich viel geändert und doch gibt es erstaunliche Parallelen.

Denn genau dieser Zeitraum ist seit der ersten großen Tapetenausstellung in Hamburg vergangen und noch erstaunlicher als der Werdegang des beliebten Wandschmucks ist die Tatsache, dass jene Ausstellung an nahezu exakt derselben Stelle wie der heutige Showroom seine Tore für Interessierte geöffnet hat. Während man im Jahre 1911 in der Ferdinandstraße noch echte Aufklärungsarbeit zu leisten hatte, indem man einer 27-Zimmer-Villa –  inklusive aktiver Ausstellungsdruckmaschine –  zu neuem Aussehen und Tapetenglanz verhalf, erfreuen sich heute wieder viele Lebensräume an dem behaglichen Gefühl, einer mit Tapeten bezogenen Wand.

Und dass die Hamburger Tapetenausstellungspioniere von einst ihre Arbeit nicht umsonst geleistet haben, zeigen im Jahre 2011 die unzähligen Form- und Farben-Varianten der großen Tapetenhersteller, die für fast alle Geschmäcker die passende Wandlösung haben.

Wer sich heute die Tapeten von gestern besehen will, kann dies ab 2015 im Tapetenmuseum Kassel tun. In der Zwischenzeit ein Buchhinweis als Überbrückungshilfe:  Die Kunst der Tapete, ein Werk, das von A bis Z alle Fragen zum Thema Tapeten beleuchtet.

(Vorschaubild Quelle: via)