Haute Couture im Schlafzimmer

20. Oktober 2010


Paris, die Stadt der Schöngeister, Musen und Macher, ist ein kulturelles Zentrum der Kreativität. Dabei weiß die Metropole, die zu den größten Europas zählt, genau um ihren Charme und die einzigartigen Ecken und Kanten. Die Erkenntnis Goethes, dass Paris Frankreich ist, hat bis heute Bestand, denn jeder verbindet das französische Lebensgefühl mit der Heimat des Eifelturms. Und dass dieses Mekka der Modewelt auch in Sachen Hotel-Interior etwas zu bieten hat, liegt nun fast auf der Hand.

So überrascht es kaum, dass einer der bekanntesten französischen Couturiers die Innenräume einer Herberge in Paris aufgemöbelt hat. Das Petit Moulin wirkt wie eine Maßanfertigung des Modegenies Christian Lacroix. Bunt und prächtig kommt es daher und lässt den Besucher in jedem Raum neue Details entdecken. Die üppige Handschrift des Meisters ist dabei unverkennbar. Der Komplex aus dem 17. Jahrhundert beherbergt nach seiner Umgestaltung verschiedenste Epochen und zeigt in seinen 17 Zimmern von klassisch bis kitschig, rustikal bis kühl jede denkbare Stilrichtung.

Lacroix selbst sagte über das Projekt: „Ich liebte immer die Idee von Hotels, die Reise in einem Raum.“ Und genau diese Faszination ist spürbar, wenn man die farbenfrohen, verspielten und opulenten Räume des unter Denkmalschutz gestellten Objektes betritt. Das Petit Moulin bietet mit seinen unvergleichlichen Designs eine Reise ins Wunderland, die Sie nicht verpassen sollten.

Zurückversetzen lassen in die Zeit der Belle Èpoque können Sie sich im L´Hotel, einer der Topadressen von Paris. Im kulturellen Zentrum der Stadt gelegen, lässt es die überschwänglichen Zeiten der schweren Stoffe, kostbaren Baldachins und üppigen Tapetendekors wieder aufleben. Gestaltet wurde dieses Kleinod vom französischen Stararchitekten und Interior-Designer Jacques Garcia, der den Zauber dieser Zeit konserviert zu haben scheint.

Dieses Hotel war bereits lange vor seiner Renovierung Treffpunkt der Schönen und Reichen, so durchquerten bereits Elizabeth Taylor und Frank Sinatra das beeindruckende sechsstöckige Atrium des früheren Pavillon d’Amour von Königin Margot. Auch Oscar Wilde ist ein Teil der Gästebuchhistorie des L’Hotel, er verbrachte, obwohl völlig mittellos und gesundheitlich angeschlagen, seine ihm verbleibende Zeit im besten Zimmer des Hotels und machte sich mit angeblichen Bemerkungen, wie: „Ich sterbe über meine Verhältnisse“ oder „Entweder geht diese scheußliche Tapete – oder ich“ unsterblich. Und so bleibt die Frage, ob auch Sie einmal Geschichte leben oder mit den Augen eines Couturiers den Tag beginnen wollen – Paris öffnet gewiss gerne seine Pforten für Sie.