imm cologne 2013 – Tapeten im Fokus vom wohndoktor

5. Februar 2013


Michaela Bonneck ist Wohndoktor aus Leidenschaft: Sie hilft anderen aus den eigenen vier Wänden ein gemütliches Zuhause zu machen. Ihre Anregungen zu schönem und glücklichem Wohnen teilt sie regelmäßig in ihrem eigenen Wohnblog. Für uns hat Michaela Bonneck die Trends und Highlights auf der imm cologne 2013 erkundet und diese in einem spannenden Exklusiv-Bericht verpackt.

Am letzten Tag der imm cologne habe ich es doch noch geschafft, der netten Einladung vom Deutschen Tapeten-Institut (DTI) zu folgen. So aufregend diese Messe wegen der ganzen Möbelneuheiten auch ist, so frustrierend ist es grade für einen Blogger wie mich, dass an den meisten Ständen nicht fotografiert werden darf.

Die Pure Village Halle 3.2, in der auch der DTI Stand war, fiel durch die kreative Mischung der Aussteller gleich positiv auf. Am DTI Stand herrschte auch reges Treiben, denn hier war es ausdrücklich gewünscht, dass sich die Besucher vor ihrer Lieblingstapete fotografieren ließen und sie sich durch die dicken Tapeten-Musterbücher verschiedenster Hersteller wühlen. Wer eine Lieblingstapete entdeckte, konnte gleich einen Rapport mitnehmen, um das Muster zu Hause zu testen.

Das funkelnde Messe-Highlight war die „wertvollste Tapete“, ein Tapetenunikat, das als Hommage an die Messestadt gedacht war und die Kölner Dom-Spitzen abbildete – veredelt mit 49 lupenreinen, handgeschliffenen Edelsteinen aus Bergkristallen. Aber auch Harald Glööcklers und Dieter Bohlens Tapeten-Designs sorgten für Aufmerksamkeit auf dem DTI-Stand.

Wer generell auf eher pompöse Einrichtung steht, zu dem passt sicher die auffällige Kollektion von Herrn Glööckler (Marburg). Mich wunderte allerdings, dass insbesondere das hier gezeigte goldene Muster wohl so beliebt ist. Mein Geschmack ist es nicht, aber vielleicht schwingt da ja die Sehnsucht der Menschen mit, sich wertvoll zu fühlen und Luxus mit so erschwinglichen Dingen wie einer güldenen Tapete ins Haus zu holen.

Sehr schön fand ich dagegen von Herrn Glööckler diese silberne Strukturtapete. Sie sah ein bisschen psychedelisch aus, aber auf jeden Fall eine tolle Wahl um einem Wohnzimmer eine moderne Note zu geben. Ich würde so auffällige Tapeten nie für ein ganzes Zimmer nutzen, sondern eine Wand oder einzelne Bahnen nehmen und z.B. mit hellem Grau und Weiß kombinieren.

Eine gänzlich andere, wenn auch nicht einheitliche Handschrift, trägt dagegen die Kollektion von Herrn Bohlen (P+S International). Angefangen von einer sehr speziellen Tapete mit Toile-Mustern bis hin zur eher typischen Küchentapete versucht er sämtliche Geschmäcker einer breiten Zielgruppe zu bedienen. Fürs Musikzimmer eignet sich dagegen eine typische Bohlen-Kreation, die seine Handschrift trägt. Als Fan ist man ihm damit sicher ganz nah und der Kollektionsname „it´s different“ passt.

Generell ließ sich an der sehr großen Muster-Auswahl in dieser Gemeinschaftsausstellung erkennen, dass sich die Hersteller bemühen, möglichst jeden Geschmack anzusprechen. Wurde gemusterte Tapete vom Verbraucher in den letzten Jahren eher stiefmütterlich neben der weißen Raufaser behandelt, erkenne ich schon seit längerem den Trend, mit Tapeten bewusst individuelle Akzente zu setzen.

Natürlich durfte auch nicht eine neue Kollektion von Schöner Wohnen fehlen, wo mir dieses türkisfarbene Muster von A.S. Création sehr zugesagt hat. Das würde ich auch wieder mit uni türkisfarbenen oder weißen Wänden kombinieren, genau wie die Flocktapete von Hohenberger oder das Schlangenmuster von Rasch.

Phantasievolles kommt zukünftig wohl auch nicht zu kurz, zumindest wenn es nach Entwürfen mit schönen Namen wie „Jill – My Life is sweet“ (Erismann) geht. Sicher eine gute Alternative zu „Hello Kitty“ und Pferdetapeten und allemal besser als die Wände mit Tenniepostern zu bepflastern.

Oder folgende Kreation namens „Deep Space Superwall“ (Caspar – Deine Manufaktur), welche ich mir gut in Jungszimmern vorstellen kann, die den ganzen Tag mit Tetris und Co. beschäftigt sind.

Ein bisschen verliebt habe ich mich in dieses wandfüllende Motiv, welches ich mir in einem asiatischen Restaurant genauso gut vorstellen kann wie in einem sonst eher nüchternen Esszimmer oder Dita von Teeses Ankleidezimmer.

Gelernt habe ich an dem Tag, dass es von den vielen Herstellern, die das DTI repräsentiert, so unglaublich viele verschiedene Muster gibt, dass man sich bei der nächsten Renovierung intensiver mit dem Thema Tapetenwahl beschäftigen sollte. Denn die Wirkung von Farbe und Muster beeinflusst einen Raum wirklich maßgeblicher als die  meisten Möbelstücke und sind oft das i-Tüpfelchen der Gestaltung.

Es gab natürlich auch bei den Möbeln Highlights, auf deren Launch sich der Verbraucher freuen kann. Ich war begeistert von dem Regalsystem Lehni, welches robust, modern und dabei absolut flexibel jeden Raum aufwerten wird.

Ein Muss war der Besuch bei vitra, die neben meinen Lieblingsklassikern wie dem Panton Chair für ihre durchaus erschwingliche vitra corniches Regalelemente eine Augmented Reality iPhone App im iTunes Store bereithalten. Damit kann man an seiner leeren Wand testen, ob und wie die Regale ins eigene Zuhause passen würden.

Eine Neuentdeckung war für mich die Firma design by hive. Fantasievolle Namen für die Möbel wie Samba, Menagerie oder Rapunzel werden den wirklich innovativen Entwürfen gerecht.

Und zu guter Letzt mit Blick auf den Sommer hat mir die gesamte Outdoor Kollektion von extremis sehr gut gefallen. Auch dazu gibt es eine ipad App mit der man virtuell Möbel in den eigenen Garten stellen kann.

Ich kann jedem nur empfehlen eine der zahlreichen Wohnmessen wie demnächst die Inventa in Karlsruhe zu besuchen und dabei unter anderem beim Stand vom Deutschen Tapeten-Institut vorbei zu schauen (weitere Tapetenausstellungen sind unter www.tapeten-on-tour.de zu finden). So viele Möbelhäuser für so viel Inspiration kann man samstags gar nicht abklappern.