Kreuzberg, die Zweite – Pimp deine Kneipe

24. Oktober 2012


Und weiter geht die Entdeckungsreise durch Berlins Kneipen-Kultur. Zweiter Halt, das Voegelchen. Diesmal berichtet Besitzer Halil rundum seine eigenen vier Begegnungs-Wände und was sie zum richtigen Ort für eine Verschönerung durch Tapeten macht. Und weil es so schön ist, schauen wir uns in den nächsten Tagen in Friedrichshain in der Red Rooster Bar um und auch in Neukölln haben wir einen Standorttermin im Dilemma bei Sandra und ihrem Mann.

Wenn ihr wollt, dass auch eure Berliner Lieblingslocation einen Platz auf der Votingliste bekommt, dann jetzt noch schnell bis zum 31. Oktober das Formular ausfüllen und schon könnte es auch in eurem Kiez neue Impulse an der Wand geben.

Wer bist Du, wo sind wir hier?
„Ich bin Halil und das ist meine Bar, das Voegelchen, die ich vor etwa 1 1/2 Jahren übernommen habe. Ich komme aus Österreich, bin seit 14 Jahren in der Gastronomie tätig und irgendwann war die logische Konsequenz, dass ich mich selbstständig mache – das ist mit dem Voegelchen dann wahr geworden.”

 

Wie würdest Du den Style deiner Kneipe beschreiben?
Halil: „Die Einrichtung des Vögelchens ist eine ganz besondere Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen. Das Mobiliar ist bunt zusammengewürfelt. Da kommt schon der ein oder andere ins Staunen, wenn er die Bar das erste Mal besucht. Viele Gäste kommen rein und sind total begeistert, finden die Einrichtung sehr schick und außergewöhnlich. Aber am besten, man kommt vorbei und macht sich ein eigenes Bild.”

 

Warum hat gerade Deine Bar einen Tapetenwechsel verdient?
Halil: „Wie heißt es so schön? ‚Wer rastet, der rostet‘ und deswegen finde ich einen Tapetenwechsel eine super Sache. Das Lustige ist, dass ich die Bar anfangs ‚Tapetenwechsel‘ nennen wollte. Ich bin von Wien nach Berlin gezogen, habe also selbst einen Tapetenwechsel erlebt, da hätte dieser Name gut gepasst. Damals war die Bar tapeziert und ich habe die Tapeten allerdings abgenommen – jetzt denke ich, dass Tapeten stellenweise doch wieder gut passen würden.“

 

Welche Vorteile haben Tapeten denn in Deinen Augen?
Halil: „Ich würde sagen, Tapeten bieten die Möglichkeit, eine ganz besondere Atmosphäre zu erzeugen. Ich selbst habe wenig Erfahrung mit Tapeten, aber es gibt gewisse Muster, die mir sehr gut gefallen. Ich bin der Meinung, Tapeten sind eher so ein deutsches Ding – in Österreich findet man das seltener in Wohnungen, und seitdem ich in Berlin bin, heißt es auf einmal überall Tapeten.” 

 

Wenn Du den Tapetenwechsel gewinnen würdest: Hast Du schon Ideen, was Du dann verändern würdest?
Halil: „Ja, ich habe schon Ideen. Ich würde den Schrank gerne tapezieren, von innen – ich denke, das macht Sinn. Der Schrank, durch den man in unseren Keller steigen kann, ist quasi das Markenzeichen unserer Bar – die Leute kennen uns wegen des Schranks. Im Schrank selbst schaut es aber ein bisschen trostlos aus. Ich glaube, das würde ganz gut aussehen, wenn man da eine Tapete anbringt. Aber auch die Toiletten und die Küche motzen wir gerade etwas auf. Und eventuell hab ich mir noch gedacht, auch die Barfassade zu verändern – die gefällt mir noch nicht ganz so gut.”

 

Welche sind die besten Abende in Deiner Bar?
Halil: „Wenn die Leute glücklich und entspannt nach Hause gehen, mir sagen, wie toll die Atmosphäre ist und dass sie wieder kommen werden, das finde ich schön. Auch unsere Partys kommen immer gut an, weil es nicht so groß ist und daher eine sehr persönliche, intime Stimmung herrscht.“

 

Die beste Party im Vögelchen?
Halil: „Im Oktober 2011 hatten wir eine Partyreihe aus London bei uns zu Gast – das war auf jeden Fall eine unserer besten Partys. Und an diesem Abend waren die Pet Shop Boys auch da, denen hat die Musik super gefallen. Ich hab sie zuerst gar nicht erkannt, aber auf einmal ging es durch die Bar „Hey guck mal, die Pet Shop Boys“. Die haben noch ein bisschen mit dem DJ gesprochen, dann waren sie noch in unserem Keller und so weiter – das war schon sehr cool. Und die Party gibt’s wieder bei uns – am 24. November.“

 

Warum können der Kiez und Berlin nicht auf deine Bar verzichten?
Halil: „Hier war seit über 20 Jahren immer eine Kneipe, und die Nachbarn sagen auch: Hier war, ist und bleibt für immer eine Kneipe, und das ist schön! In Wien sieht jede Bar gleich aus, die Tische sind immer die gleichen – hier bei mir ist alles bunt gewürfelt. Es gibt in Berlin natürlich viele Bars, die auch so gemütlich sind, aber dennoch ist es im Vögelchen noch mal anders. Mein Herz steckt hier drin, alles ändert sich ständig und man wird als Besucher immer wieder überrascht.“