Wenn Phantasie überdauert (Fornasetti)

14. Dezember 2011


Vorstellungskraft so groß und bunt wie die Welt aus farbenfrohen, detailverliebten Märchen. Für Piero Fornasetti war all dies gelebte Wirklichkeit. Der unangepasste Mailänder Designer beschäftigte sich zeitlebens mit den formenreichen und farbenprächtigen Seiten des Lebens. Als getrieben und rastlos beschreiben ihn einige, ein unermüdlicher Künstler war er in jedem Fall. Im Laufe seines Lebens soll er über 10.000 Objekte erstellt und ihnen auf eine kreative Art und Weise Leben eingehaucht haben.

Zu seinen bekanntesten Motiven zählt das Gesicht einer jungen Frau, bei der es sich um die Opernsängerin Lina Cavalieri handeln soll. Sie ist es, die auf über 500 Werken des Künstlers zu sehen ist, aber keineswegs eine Schublade für einen der größten angewandten Künstler des 20. Jahrhunderts darstellt. Auf die Frage, warum er das Antlitz der Frau so oft zum Mittelpunkt seines Schaffens machte, sagte er schlicht, „Ich weiß nicht. Ich fing an und konnte nicht enden.“  Von Möbeln, Tapeten, Zeichnungen und Dekorationen beinhalten seine Arbeiten alles, was man mit viel Phantasie verschönern und individualisieren kann. So wundert es kaum, dass er einmal sagte, „Meine Phantasie wird mich überdauern“, und wandelt man durch die Lebens-und Schaffensräume seines früheren Domizils, weiß man, er hat sich nicht getäuscht. Sein Sohn – ebenfalls Künstler und Individualist – Barnaba Fornasetti ist schon vor vielen Jahren in die Fußstapfen des großen Vaters getreten, um sein Andenken zu ehren und den Menschen die Welt des einzigartigen Phantasten näherzubringen.

Gio Ponti, ein enger Freund, Designer und Architekt brachte es gekonnt und simpel auf den Punkt, „Er lässt seine Objekte sprechen“ und dem haben wir Nichts hinzuzufügen.

(Vorschaubild Quelle: Piero Fornasetti)